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Bürger, Gottfried August (1747-1794)
Des Schäfers Liebeswerbung
Komm, sei mein Liebchen, sei mein Weib!
Und fordre Lust und Zeitvertreib,
So oft und viel dein Herz begehrt,
Und Garten, Flur und Hain gewährt.
Bald wollen wir von freien Höhn
Die Herden um uns weiden sehn
Und sehn der Lämmer Fröhlichkeit
Und junger Stiere Hörnerstreit.
Bald hören durch den Birkenhain
Das Tutti froher Vögelein
Und an des Bächleins Murmelfall
Das Solo einer Nachtigall.
Bald rudern auf bekränztem Kahn
Den See hinab, den See hinan,
Bald Fischchen angeln aus der Flut,
Bald locken junge Vögelbrut.
Bald athmen auf der Maienflur
Den Duft der blühenden Natur,
Bald um die dünnbebuschten Höhn
Nach Erd- und Heidelbeeren gehn.
Ein Blumengurt, ein Myrtenhut
Kühlt Liebchen vor des Sommers Glut.
Ich bett' es, kommt ein Schlaf ihm an,
Auf weiches Moos und Thymian.
Im Maimond tanzt ein Schäferchor
Dir hundert frohe Reigen vor;
Behagt dir dieser Zeitvertreib,
So sei mein Liebchen, sei mein Weib!
Ich sing' und blas' auf meinem Rohr
Dir täglich Lust und Liebe vor;
Ist das für Liebchen Zeitvertreib,
So sei mein Liebchen, sei mein Weib! |
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